Dienstag, 15. Juni 2021

Die Wächter - Licht und Dunkelheit von Sergej Lukianenko und Arkadi Schuschpanow - Rezension

Dmitri Drejer ist Lehrer und Magier an einer Schule für „Die Anderen“. Er unterrichtete dort dunkle und lichte Vampire, Magier, Hexen und Gestaltwandler. Sein Alltag gerät aus den Fugen als eine junge lichte Dschinn die Schule besucht. Schnell freundet sie sich mit anderen an und sie nennen sich “Der Club der toten Dichter“. Dmitri Drejer entdeckt eines Tages seltsame Vorgänge auf dem Schulhof und denkt zunächst an einen harmlosen Streich seiner Schüler, doch schnell entpuppt sich dieser „Streich“ sich als gewaltige Verschwörung, die das sensible Gleichgewicht zwischen Tagwache, Nachtwache und der Inquisition für immer zerstören könnte.

Das Wichtigste zuerst, dieses Buch hat Sergej Lukianenko NICHT alleine geschrieben. Zwar taucht der Name des Co-Autors Arkadi Schuschpanow auf dem Cover nicht auf, aber ein Blick in das Copyright verrät uns das hier Sergej Lukianenko und Arkadi Schuschpanow zusammengearbeitet haben. Dies merkt man an der Art und Weise, wie die Geschichte(n) aufgebaut sind, mir persönlich fehlt ein wenig der Humor und die Einzigartigkeit der „älteren“ Wächter Bücher.

Das Buch „Die Wächter - Licht und Dunkelheit“ ist der Beginn einer neuen Reihe um die Abenteuer der „Anderen“. Teilweise ist das Buch sehr gesellschaftskritisch, die Jugend, die alte Regeln nicht anerkennen will und sich berufen fühlt, die Welt zu verändern, ein Lehrer gefangen zwischen Tradition und Moderne und die Inquisition (bestehend nur aus den alten Anderen), die den Status Quo aufrecht erhalten will und jegliche Veränderung ablehnt.  Im Buch werden einige andere Autoren genannt (u.a. Stephen King) den Zusammenhang möchte ich nicht verraten, aber es würde erklären, woher King seine Inspirationen bekommt.

Es ist zwar kein Vorwissen aus den älteren Wächter Büchern notwendig, aber um in die Welt der Anderen und des Zwielichts einzutauchen, eignet sich die „alte Wächter Reihe“ eher.

Fazit: Die Schule der „Anderen“ ist zwar kein Hogwarts, aber es ist interessant die Entwicklung der Schüler und der Lehrkraft Dmitri Drejer zu beobachten. Das Buch ist schlechter als seine Vorgänger aber dennoch interessant.

3,5 von 5 Artefakte

Freitag, 11. Juni 2021

Buchblogger Leseempfehlung: Deutsche Buchblogger

Ist man auf der Suche nach neuen Blogs, trifft man oftmals auf die bekannten durch Ranking begünstigten Blogs. Meine Idee, lasst uns ein Netzwerk von deutschen Blogs unabhängig von Followerzahlen aufbauen. Interesse? 

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Mittwoch, 9. Juni 2021

Einen Scheiß muss ich: Das Manifest gegen das schlechte Gewissen von Sean Brummel aus dem Amerikanischen erfunden von Tommy Jaud - Rezension HÖRBUCH

Klappentext: Müssen wir wirklich abnehmen, aufräumen und uns ökologisch korrekt verhalten? Vorwärtskommen im Job, zu allem eine Meinung haben und rausgehen, wenn die Sonne scheint? "Nein!", sagt US-Bestseller-Autor Sean Brummel alias Tommy Jaud (Vollidiot, Hummeldumm), "einen Scheiß müssen wir! Die Leute sterben nicht, weil sie zu wenig Licht bekommen. Sie sterben, weil sie zu wenig Spaß haben."

Meinung: Ich muss mehr Sport machen, abnehmen, den Haushalt machen, weniger trinken, mehr schlafen...wirklich? MUSS ich das wirklich alles machen? Das Buch „Einen Scheiss muss ich“ von Sean Brummel alias Tommy Jaud geht diesen und weiteren Fragen auf den Grund.Das (Hör)Buch ist eine Mischung aus Unterhaltung und Ratgeber und wenn man die Themen, die angesprochen werden, nicht allzu ernst nimmt, kann man sehr viel aus diesem Buch mitnehmen. Es ist gut zu wissen, was man alles NICHT muss. Das Hörbuch macht jedenfalls unglaublich gute Laune.

Sprecher: Der Sprecher hat eine tolle sympathische Stimme, bei der man gerne zuhört. Tommy Jaud schafft es den Hörer zu unterhalten, kurze Einspielungen anderer Stimmen wie von Sean Brummels Hausarzt oder seinen Freunden runden das Hörerlebnis ab.

Fazit: Ich mache mir erstmal ein Brummelbock auf – Prost!

Ich muss Sterne vergeben? Einen Scheiss muss ich!

Dienstag, 8. Juni 2021

Fight Club von Chuck Palahniuk - Rezension

Der an chronischen Schlafstörungen und Langeweile leidende namenlose Protagonist lernt den eigenwilligen und doch charismatischen Seifenverkäufer Tyler Durden kennen. Diese Begegnung setzt eine Spirale der Gewalt in Gang, denn Tyler glaubt, dass nur Selbstzerstörung das Leben lebenswert macht. Nach einer Sauftour fangen beide an, sich gegenseitig zu verprügeln, der Fight Club ist geboren. Dieser „geheime“ Club findet schnell Anhänger in ganz Amerika. Die Regeln sind einfach,

1. Ihr verliert kein Wort über den Fight Club.

2. Ihr verliert KEIN WORT über den Fight Club.

3. Wenn jemand „Stop“ ruft, schlappmacht oder abklopft, ist der Kampf vorbei.

4. Es kämpfen immer nur zwei.

5. Nur ein Kampf auf einmal.

6. Keine Hemden, keine Schuhe.

7. Die Kämpfe dauern genau solange, wie sie dauern.

8. Wer neu ist im Fight Club, muss kämpfen!

Schnell reichen die Kämpfe Tyler Durden nicht mehr, er will die Welt ins Chaos stürzen. Jeder Mensch soll von neuem beginnen können, doch bald drohen Tylers terroristische Pläne außer Kontrolle zu geraten.


Meinung: Ein Buch so heftig wie ein Schlag ins Gesicht. Der Autor Chuck Palahniuk knallt uns einfache, ungeschönte Worte mitten ins Gesicht, auch vor der Beschreibung krasser Szenen schreckt Chuck Palahniuk nicht zurück. Das Buch „Fight Club“ ist nicht nur ein Ausrufezeichen gegen eine oberflächliche und konsumgesteuerte Gesellschaft, sondern auch ein Meisterwerk der Spiritualität. Was wenn Tyler Durden recht hat mit „Erst wenn Du alles verloren hast, hast Du die Freiheit alles zu tun"? Das Buch hat viele solcher „Ideen“.

Fazit: Ein klasse Buch, welches der Verfilmung in nichts nachsteht und nun heißt es: Die erste Regel des Fight Clubs lautet: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club.

Freitag, 28. Mai 2021

Der Zorn, der dich trifft von Kristin Lukas - Rezensionsexemplar/ Rezension

Ein Jahr ist es her, seit die IT-Beraterin Marie Wagenfeld fast von einer okkulten Gruppe rund um ihren eigenen Bruder ermordet wurde. Die Ereignisse von damals verfolgen Marie bis heute. Da wird in Hamburg eine brutal zugerichtete Leiche gefunden, die den Schriftzug „Wagenfeld“ im Unterarm eingeritzt hat. Kommissar Kellermann tritt an Marie heran, er will Marie erneut in die Ermittlungen einbeziehen, diese willigt, doch plötzlich wird Marie verfolgt und bedroht. Ist ein Mitglied der okkulten Gruppe noch auf freiem Fuß oder handelt es sich hierbei um Trittbrettfahrer? Marie Wagenfeld ist zurück. „Der Zorn, der dich trifft“ ist der zweite Band um die IT-Beraterin und Kommissar Kellermann. Wieder geht es um „Kunst“, wieder geht es um Symbolik. Aber auch Themen wie z.B Cliquenbildung von Jugendlichen oder Mobbing und damit daraus resultierenden Folgen. Die Autorin schafft es wieder durch ein hervorragendes Lokalkolorit die Orte Berlin, Frankfurt, Hamburg und das „alte Land“ lebhaft und authentisch darzustellen. Zwar ist Band 2 nicht so langatmig wie Band 1 (Das Letzte, was du siehst) aber dennoch stellenweise etwas zäh.

Mir hat besonders die „Beziehung“ zwischen Marie und Kellermann gefallen. Das Zusammenspiel passt besser als im ersten Band, ich bin gespannt wie sich die Beziehung der beiden weiterentwickelt. Ein Vorwissen aus Band 1 ist nur bedingt nötig. Zwar lässt sich die Geschichte ohne Vorwissen lesen, aber um das Schicksal und die letztendlichen Konsequenzen für Marie zu verstehen, wäre es ratsam vorher Band 1 zu lesen.

Fazit:  eine klare Steigerung zum 1.Band

3 Sterne


zu Band 1 (https://thorti1984.blogspot.com/2021/04/rezensionsexemplar-rezension-das-letzte.html)

Mittwoch, 19. Mai 2021

70/71. Preußens Triumph über das Kaiserreich Frankreich und die Folgen von Klaus-Jürgen Bremm - MEINUNG

Es muss ein unglaublicher Triumph für Preußen gewesen sein: Bei Sedan wird der französische Kaiser Napoleon III. gefangen genommen, die deutschen Truppen marschieren auf die französische Hauptstadt und am 18. Januar 1871 wird Wilhelm I. in Versailles zum Herrscher des neuen, Zweiten Kaiserreichs gekrönt. Was aber bedeuteten der Deutsch-Französische Krieg und die Reichsgründung für die weitere Geschichte Europas? Klaus-Jürgen Bremm schreibt die erste umfassende Gesamtdarstellung des Deutsch-Französischen Krieges eit langem. Zum 150. Jahrestag erklärt er die Gründe für diesen ersten modernen Krieg, kenntnisreich erzählt er den Verlauf des Waffengangs, schildert Schlachten, Waffentechnik und Strategie. Und er macht verständlich,wie dieser Krieg vor der Mentalität der Zeit, dem wachsenden Nationalstolz, zu verstehen ist und was er für die weitere Entwicklung Europas bedeutete.

Meinung:

Das Buch „70/71 – Preußen Triumph über Frankreich und die Folgen“ ist ziemlich detailreich was die militärischen Operationen betrifft, ich hatte mir erhofft, mehr über die politischen und zivilen Folgen des Krieges zu erfahren. Ein weiteres Manko ist das Fehlen von Karten, dies hätte das Buch etwas aufgelockert und man hätte sofort gewusst, wo wir uns befinden, und was die Ausgangssituation ist. Für Militärhistorische begeisterte Menschen ist das Buch sicher gut, für Leser, die mehr über die gesellschaftlichen Folgen erfahren wollen werden sicher enttäuscht sein. Die politischen Folgen für die anderen Europäischen Mächte wird leider nur am Rande beleuchtet.

Fazit: 

Zwar braucht man zum Lesen des Buches kein geschichtliches Vorwissen, weil anfangs alles genau erklärt wird, aber dies schwenkt sehr schnell ins militärische ab. Für Militärhistoriker oder Militär interessierte Leser sicher ein gelungenes Buch, da auch die einzelnen Vor- bzw. Nachteile der Waffenentwicklung beschrieben wird (z.b deutsche Artillerie gegen französisches Chasepott-Gewehr)

Montag, 17. Mai 2021

Hello World: Was Algorithmen können und wie sie unser Leben verändern von Hannah Fry - Hörbuch - MEINUNG

Wir alle nutzen sie, doch kaum einer kennt die Funktionsweise! Algorithmen bestimmen unser Leben, sei es beim Bücherkauf, der Musik- oder Filmauswahl, bei der Recherche im Internet, quasi überall. Das Buch „Hello World: Was Algorithmen können und wie sie unser Leben verändern“ von Hannah Fry zeigt uns auf, was Algorithmen sind, was sie können bzw. noch nicht können und wo wir Menschen sich Gedanken machen sollten, ob wir bestimmte Bereiche wirklich von Algorithmen bestimmen lassen sollten. Erschreckt hat mich, wie voreingenommen und teils rassistisch Algorithmen sein können, denn wird ein Algorithmus mit falschen, veralteten Daten gefüttert, können bestimmte Bevölkerungsgruppen z.b bei der Verbrechensbekämpfung oder Rechtsprechung stark benachteiligt werden. Ein weiterer Punkt zeigt auf, was passieren kann, wenn wir uns bereits jetzt zu sehr auf Algorithmen verlassen. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen, realen oder fiktionalen Geschichte. Das Buch behandelt folgende Themen: Macht, Daten, Medizin, Autos, Kriminalität, Kunst (Musik, Filme, Kunst). Über das Thema Algorithmen in der Kunst hätte ich gerne noch mehr gehört,

Sprecherin: die Stimme von  Katrin Heß passt wunderbar zu diesem Hörbuch,

Fazit die Autorin und die Sprecherin schaffen es, trotz des manchmal trockenen Themas den Hörer zu fesseln. Für Einsteiger in die Thematik ist das (Hör)Buch genau richtig, Wer bereits Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz/ Machine Learning/ Algorithmen hat könnte Stellenweise etwas enttäuscht werden.